Oper „Ascanio in Alba“ (1771)
Libretto von Giuseppe Parini (1729–1799)
Arie der Silva „Si, ma d’un altro amore“
Diese Arie ist eine Reflexion der Hauptfigur, die sich an einen Traum von einem idealen Jüngling erinnert – ein Bild jener Liebe, nach der ihre Seele sich wirklich sehnt. Trotzdem weist sie diese Versuchung zurück, denn ihr Leben ist einer anderen Ehe vorherbestimmt, der sie folgen muss. In dieser Arie schwingen die Freude auf das wahre Gefühl und zugleich die bewusste Entscheidung mit, dem vorherbestimmten Schicksal nicht zu entkommen.
Arie des Faun „Se il labbro più non dice“
Vorgetragen von einem jungen Hirten und Vertreter des Volkes von Alba. In virtuos koloriertem Gesang preist der Faun die Schönheit der Natur und erblickt das kommende Glück für sein Land. Diese Arie steht als leuchtendes Beispiel einer barocken Bravourarie, in der technische Raffinesse und leichte Verzierungen die Unmittelbarkeit und Festlichkeit der Figur unterstreichen.
Oper „Le nozze di Figaro“ / „Die Hochzeit des Figaro“ (1786)
Libretto von Lorenzo Da Ponte (1749–1838) nach dem Stück von Beaumarchais (Pierre-Augustin Caron, 1732–1799)
Arie der Susanna „Venite, inginocchiatevi“
Arienrezitativ, in dem Susanna versucht, Cherubino in Frauenkleider zu stecken, damit er sich vor Graf Almaviva verstecken kann, der ihn gerade in die Armee versetzt hat. Sie gibt ihm praktische Ratschläge für Kleidung und Benehmen als Dame und macht sich über seine Ungeschicklichkeit lustig.
Arie der Susanna
„Giunse alfìn il momento… Deh vieni, non tardar“
In dieser Arie aus dem letzten Akt singt Susanna, verkleidet als Gräfin, eine lyrische Serenade. Sie lädt ihren „Geliebten“ ein, sie im Garten zu treffen, umgeben von Blumen und plätschernden Bächen – ein Bild einer ruhigen und romantischen Nacht. Doch tatsächlich ist dies eine listige Täuschung: Susanna will den Grafen anlocken und seine Absichten enthüllen. So ist die Serenade Teil ihres Plans zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit.
Oper „Don Giovanni ossia il dissoluto punito“ /
„Don Giovanni oder Der bestrafte Wüstling“ (1787)
Libretto von Lorenzo Da Ponte (1749–1838) nach dem Stück von Antonio de Zamora (1660–1727)
Arie der Zerlina „Batti, batti, o bel Masetto“
Eine zweiteilige Handlungsarie, in der Zerlina nach ihrem Flirt mit Don Giovanni am Hochzeitstag all ihre weiblichen Künste einsetzt, um Masettos gerechten Zorn zu besänftigen. Im ersten Teil bittet sie um Vergebung, im zweiten – sieht sie das nahende Versöhnen – entwirft sie eine gemeinsame glückliche Zukunft.
Arie der Zerlina „Vedrai, carino“
In dieser Arie eilt Zerlina zu ihrem verletzten, von Don Giovanni misshandelten Bräutigam, tröstet ihn und bietet ihm das beste Heilmittel – ihr klopfendes Herz.
Oper „Così fan tutte, ossia La scuola degli amanti“
„So machen’s alle, oder Die Schule der Liebenden“ (1789–1790)
Libretto von Lorenzo Da Ponte (1749–1838)
Arie der Despina „In uomini, in soldati“
Hier verspottet das Dienstmädchen Despina ironisch die Naivität der Schwestern Fiordiligi und Dorabella, die um ihre angeblich in den Krieg gezogenen Verlobten trauern. Sie ist überzeugt: Treue braucht man von Männern, besonders Soldaten, nicht zu erwarten – sie sind launisch wie der Wind. Despina rät, es ihnen gleichzutun und ebenfalls nach Lust und Laune zu lieben.
Arie der Despina „Una donna a quindici anni“
Despina erteilt den Schwestern Lektionen im Umgang mit Männern. Ihrer Ansicht nach sollte ein Mädchen mit fünfzehn Jahren bereits wissen, „wo der Teufel seinen Schwanz hat“ und ihre Gefühle und Blicke zu lenken wissen. Wer das Leben versteht, sollte wie eine Königin regieren – die Arie ist ein Hymnus auf Despinas eigene Lebensklugheit.
Oper „Die Zauberflöte“ (1791)
Libretto von Emanuel Schikaneder (1751–1812)
Arie der Pamina „Ach, ich fühl’s“
Diese Klagearie drückt Paminas tiefe Verzweiflung aus – von der Mutter verlassen und von Sarastro gefangen gehalten. Ihr scheinbar wahr gewordener Traum von Liebe in Tamino platzt, als er sie vermeidet (nicht wissend, dass er eine Prüfung der Stille besteht). Pamina glaubt: Die letzte Hoffnung auf Glück ist vergangen und Ruhe findet sie nur im Tod.
Oper „Le nozze di Figaro“ / „Die Hochzeit des Figaro“ (1786)
Libretto von Lorenzo Da Ponte (1749–1838) nach Beaumarchais (Pierre-Augustin Caron, 1732–1799)
Arie der Gräfin Almaviva „Porgi, amor, qualche ristoro“
Am Beginn des zweiten Akts singt die Gräfin allein in ihrem Gemach diese innige Kavatine – sie beklagt die erloschene Liebe ihres Mannes. Der Graf, einst leidenschaftlich in die junge Rosina verliebt, ist kalt geworden und sucht sein Glück anderswo – sogar mit Dienstmagd Susanna. In tiefer Trauer bittet die Gräfin den Liebesgott um Rückkehr der Zuneigung oder Ruhe im Tod.
Arie der Gräfin Almaviva
„E Susanna non vien… Dove sono i bei momenti“
Rezitativ und Arie. Im dritten Akt wartet die Gräfin besorgt auf Susanna, von deren Handeln das Gelingen ihres Plans gegen den Grafen abhängt. In Erinnerungen an vergangene Glücksmomente fragt sie wehmütig, wohin diese süßen Zeiten und Schwüre der Treue verschwunden sind. In dieser Handlungsarie entwickelt sich die Heldin von nostalgischer Traurigkeit zu leidenschaftlicher Hoffnung und Entschlossenheit – vielleicht gelingt es ihr, das Herz des Grafen wieder zu gewinnen.
Gern können alle Textabschnitte auch ausführlicher oder noch detaillierter übersetzt werden!