Konzertprogramm
„Pensieri d’amore“
Gedanken über die Liebe

Im Konzert wurden Arien von Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts aufgeführt – von Mozart bis Gounod. Im Mittelpunkt des Programms stehen Heldinnen, die über die Liebe nachdenken. Dabei erscheint die Liebe in vielerlei Gestalt: zart, verspielt, selbstlos, ironisch und sogar dramatisch!
Der erste Teil des Konzerts ist den Arien von Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. Jede einzelne offenbart auf ihre Weise eine weibliche Figur. Diese Arien verbindet ein feines Stilgefühl, eine ausdrucksstarke Dramaturgie und natürlich die außergewöhnliche Musikalität, durch die Mozarts Musik bis heute lebendig bleibt.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
„Ja, aber eine andere Liebe...“ / Sí, ma d’un altro amore
Arie der Silvia aus der Oper „Ascanio in Alba“
Diese Arie stammt aus Mozarts früher Oper „Ascanio in Alba“ und wird von der Protagonistin Silvia gesungen. Sie ist verliebt, doch ihr Herz spricht: „Ja, aber eine andere Liebe!“ – nicht die, die ihr aufgezwungen werden soll. Es ist eine Hymne auf die Freiheit der Gefühle, auf das Feuer der Leidenschaft, das sich nicht unterordnen lässt.
„Es klagt die Turteltaube“ / Geme la tortorella
Arie der Sandrina aus der Oper „La finta giardiniera“
Tatsächlich ist Sandrina eine Adelige, die sich als einfache Gärtnerin ausgeben muss. Sie wurde von ihrem Geliebten betrogen und verlassen, und mit diesem Gefühl singt sie „Es klagt die Turteltaube“. Ihr Kummer klingt fast zurückhaltend und ruhig. Sie verbirgt ihre wahre Identität und trauert um den Verrat – so kunstvoll und musikalisch, dass man die Tragödie kaum wahrnimmt.
„Du wirst sehen, Liebling“ / Vedrai, carino
Arie der Zerlina aus der Oper „Don Giovanni“
Zerlina ist eine junge Bäuerin, die sich kurz vom verführerischen Fremden hinreißen ließ. Ihr Verlobter Masetto ist darüber tief verletzt und wurde sogar von Don Giovannis Leuten verprügelt. Doch Zerlina kommt mit fürsorglichem Ton und einem Verband vorbei, als wäre nichts geschehen. In „Du wirst sehen, Liebling“ bietet sie keine Entschuldigung an, sondern ein bewährtes Mittel: Wärme, Zuneigung – und tatsächlich ein konkretes „an die Brust legen“. Ohne viele Worte, aber mit bewährter Taktik.
„In Männern, in Soldaten, Hoffnung auf Treue?“ / In uomini, in soldati
Arie der Despina aus der Oper „Così fan tutte“
Despina ist eine Magd, aber sie hat einen sehr nüchternen Blick auf die Liebe. In „In Männern, in Soldaten, Hoffnung auf Treue?“ überzeugt sie ihre jungen Damen mit heiterem Zynismus davon, dass Treue bei Männern eher eine komische Erwartung ist. In diesem Fall, so findet Despina, sollte man es ihnen gleichtun. Es ist eine Art musikalische Anleitung, wie man nicht in die Falle eigener Illusionen gerät.
Nun begeben wir uns ins Italien des 19. Jahrhunderts, ins Zeitalter des Belcanto. Die Gesangslinien werden ausdrucksstärker, die Melodien weiter, die Phrasen länger und die Gefühle offener, manchmal beinahe schon entblößt.
Vincenzo Bellini (1801–1835)
„Ach, nie hätte ich dich so gesehen...“ / Ah, non credea mirarti
Arie der Amina aus der Oper „La sonnambula“
Die Geschichte ist tragisch: Der Heldin wird Untreue vorgeworfen, dabei weiß niemand, dass sie Schlafwandlerin ist und nur schlafend durchs Haus wanderte. In der Arie „Ach, ich hätte nicht gedacht, dich so schnell verwelkt zu sehen, o Blume...“ hält Amina die verwelkte Blume in der Hand, ein Geschenk ihres Geliebten, der sich – so glaubt sie – abgewendet hat. In ihren Worten liegen Abschied von Illusionen, tiefe Einsamkeit und eine Hoffnung, die sie nicht bewahren kann. Es ist eine der feinsten und ehrlichsten Arien des Belcanto-Repertoires.
Gaetano Donizetti (1797–1848)
„Nimm, ich schenke dir die Freiheit“ / Prendi, per me sei libero
Arie der Adina aus der Oper „L’elisir d’amore“
Während der ganzen Oper gibt sie sich selbstsicher und ein wenig spöttisch, neckt den verliebten Nemorino und nimmt ihn nicht wirklich ernst. Doch alles ändert sich, als sie erfährt, dass er ihretwegen zur Armee gegangen ist. In „Nimm, ich schenke dir die Freiheit“ gibt Adina Nemorino den von ihr freigekauften Vertrag zurück. Noch gibt sie kein Liebesgeständnis, aber ihre Handlung zeigt, wie sehr sich ihre Einstellung geändert hat. Angst vor dem Abschied und zarte Verbundenheit verwandeln ihren Charakter.
Charles Gounod (1818–1893)
„Ich will leben“ / Je veux vivre
Arie der Juliette aus der Oper „Roméo et Juliette“
Hier singt eine junge Heldin, die ihr Schicksal noch nicht kennt, von der „Frühlingszeit“ des Lebens, von Träumen und Hoffnung. Der Walzerrhythmus der Arie entführt uns in eine Welt von Phantasie, Unschuld und erster Liebe. Diese Arie klingt wie ein Abschied von der Kindheit und ein Schritt in die Zukunft.
Als Zugabe erklang Laurettas Arie „O mio babbino caro“ aus der Oper „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini.
Vielen Dank, dass dieses Konzert in einer so warmen Atmosphäre stattfinden konnte. Bis zum nächsten Mal!
Made on
Tilda